Wehrhaft mit jugendlicher Leidenschaft

Yves Solenthaler. Der Rheintaler.

Hinten (von links): Luca Binder (Stürmer / 26-jährig), Leon Romagna (S/20), Janis Manser (Verteidiger/21), Pascal Kuster (S/20), Andreas Weber (V/19), Markus Waidacher (V/22), Johannes Lins (S/25), Lukas Thurnherr (V/20), Fabricio Giger (V/22). Mitte: Michael Knobelspiess (Physio), Alessandro Facchin (Betreuer), Ruben Bühler (Betreuer), Johannes Keel (Teamarzt), Jan Andrea Eugster (S/18), Noel Vetter (S/18), Mattias Adam (S/22), Haris Sabanovic (V/26), Pascal Obrist (S/24), Marco Berweger (V/27), Anel Rozajac (V/19), Mica Moosmann (S/20), Daniel Landolt (Teammanager), Moritz Pilgram (Physio), Fabian von Allmen (TK- und Sportchef). Vorne: Ramon Metzler (Torhüter/24), Yanick Bodemann (S/35), Michael Holdener (S/29), Ondrej Burzala (Co-Trainer), Vincent Sauter (T/24), Sascha Moser (Trainer), Sandro Bartholet (S/24), Sandro Stoop (S/21), Laurin Gehringer (T/18). Es fehlen: Jonas Kofler (V/22), Steven Wohlgensinger (S/22).

Der SC Rheintal startet mit vielen jungen Spielern in die 1.-Liga-Saison. Neu ist auch der Trainer, der langjährige Captain Sascha Moser.

Der Saisonstart beim EC Wil erfolgt zu einer ungewöhnlichen Zeit: am Sonntag um 19 Uhr. Gastgeber Wil verlegte den Termin auf Wunsch des SC Rheintal auf den Sonntag. Nach dem Coronofall von vor zwei Wochen waren zwei SCR-Spieler diese Woche noch in Quarantäne. Deshalb kann der neue Trainer Sascha Moser das einzige Mannschaftstraining in Vollbestand nach dem erzwungenen Unterbruch erst am Samstag durchführen.

Eine faire Geste der Wiler, aber ein Vorteil ist die lange Pause vor dem Saisonsonstart für die Rheintaler gewiss nicht. «Gerade für unser junges und stark verändertes Team wäre das Trainingslager sehr hilfreich gewesen», sagt Sportchef Fabian von Allmen, «so fehlen uns ein paar Meter auf Eis, aber die Spieler haben die Ideen der neuen Trainer Sascha Moser und Ondrej Burzala bereits in der Vorbereitung aufgenommen.» Darauf lassen auch die wenigen Testspiele schliessen, in denen der neue SCR mehrheitlich einen guten Eindruck hinterliess.

Weniger Talent, aber mehr Wasserverdrängung

Nach sieben Jahren beim SC Rheintal trat Trainer Roger Nater nach der letzten Saison zurück. Neun Spieler, mehrheitlich Leistungsträger, gehören ebenfalls nicht mehr zum Kader. Gekommen sind viele junge Spieler, kein Zuzüger ist älter als 22-jährig. Der jüngste von ihnen, Mica Mossmann, hat schon letzte Saison seine Skorerqualitäten unter Beweis gestellt. Jetzt hat der SC Rheintal den 20-Jährigen fix von Thurgau übernommen. «Von ihm erwarten wir viel», sagt von Allmen. Zwei weitere Neue, Stürmer Mattias Adam und Verteidiger Jonas Kofler, spielten in der zweithöchsten österreichischen Liga, allerdings als Hinterbänkler. Andere Jung-Luchse, wie etwa Rückkehrer Fabricio Giger, haben als Nachwuchsspieler auf hoher Stufe gespielt. «Wir sind physisch stark und werden hart spielen», sagt von Allmen. Der Kitt im Team und die Leidenschaft sollen weitere Punkte bringen.

Die letztjährige Mannschaft war aber talentierter. Fabian von Allmen sagt es so: «Spielerisch werden wir den Topteams unterlegen sein.» Dazu zählt von Allmen den Topfavoriten EHC Frauenfeld, Wetzikon, Burgdorf und wohl auch Bellinzona. In diesen Gefilden dürfte der SCR nicht auftauchen. «Das Ziel des Vorstands ist der Ligaerhalt», sagt von Allmen vor der dritten Saison in der 1. Liga. Die Vorsicht liegt begründet in den vielen Änderungen, die Spieler sind unerfahren und auch die Trainer arbeiten erstmals auf dieser Stufe. Aber auch die erstmalige Playoff-Qualifikation ist nicht unmöglich: Viele Konkurrenten in der 12er-Liga scheinen durchaus in Reichweite der Rheintaler zu liegen, etwa Luzern oder Reinach, auch Prättigau, Herisau oder die Pikes sind ähnlich einzuordnen. «Einige Gegner dürfen und können wir hoffentlich schlagen, gegen andere müssen wir gewinnen, um mitreden zu können», sagt von Allmen. Dazu zählt auch der EC Wil, der die Rheintaler am Sonntag empfängt. Im ersten Testspiel vor rund einem Monat gewann der SCR gegen die Fürstenländer mit 1:0. Das Tor erzielte Pascal Obrist, der vor der Saison von der zweiten in die erste SCR- Mannschaft wechselte.

15 Spieler des Kaders sind 22-jährig oder jünger

Das Kader besteht aus 26 Spielern, das sind mehr als im Frühling erwartet werden konnte. «Allerdings sind auch ein paar Junioren dabei, die noch nicht immer in der 1. Liga eingesetzt werden», sagt von Allmen. Deshalb werde der Verein bestimmt auch wieder zwei, drei Spieler mit B-Lizenz vom EHC Chur verpflichten, «damit uns nicht wie in den letzten zwei Jahren gegen Saisonende die fitten Spieler ausgehen.»

Das Durchschnittsalter des Kaders liegt bei 22,6 Jahren. 15 (!) Spieler sind 22-jährig oder jünger. Nur einer, der 35-jährige Yanick Bodemann, hat den 30. Geburtstag schon gefeiert und beim 29-jährigen Michael Holdener steht dieses Feier kurz bevor. Das Gros der «erfahrenen» Spieler, viele von ihnen schon seit Jahren zum Team gehörend, sind in den mittleren Zwanzigern. Dieses jugendliche Team bestreitet sein erstes Heimspiel am Samstag, 26. September, um 20 Uhr gegen Bellinzona. Zuschauer sind im Gegensatz zum letzten Testspiel zugelassen, es gilt Masken- und Registrierungspflicht.

Kadermutationen

Zuzüge: Markus Waidacher (Arosa), Fabricio Giger (Pikes Romanshorn), Mattias Adam, Jonas Kofler (beide EHC Lustenau), Anel Rozajac (Thurgau U20), Steven Wohlgensinger (St. Gallen), Mica Moosmann (Thurgau), Pascal Obrist (Rheintal II).

Abgänge: Yves Breitenmoser (Uzwil), Pascal Knöpfel, Adrian Ströhle (beide Rheintal II), Lukas Sieber, Claudio Engler, Alexander und Nico Paul, Dominic Pfeiffer, Fabio Jüstrich (alle Rücktritt).

1. Liga, Gruppe 2

Samstag: Wetzikon – Reinach, Pikes – Prättigau, Burgdorf – Argovia (alle 17.30); Frauenfeld – Luzern (20.00); Bellinzona – Herisau (20.15). Sonntag: Wil – Rheintal (19.00).