Shorthander zur Überraschung

Der SC Rheintal gewinnt beim 2:1 nach Verlängerung gegen Wetzikon zum zweiten Mal nacheinander.

Spielbbericht im Rheintaler von Yves Solenthaler

Das Spiel begann mit hoher Intensität und einem SC Rheintal, der gegen den Favoriten ein freches Forechecking betrieb. Damit hatten die Zürcher Oberländer Mühe, sie konnten ihr Spiel nicht entfalten.

Dies führte dazu, dass in der ersten Hälfte des Startdrittels die Rheintaler mehr Spielanteile besassen. Puckeroberungen, schnelle Angriffsauslösungen – das Handwerk des Aussenseiters beherrschen die Rheintaler so gut, dass sie den Favoriten damit zermürben können. Was noch fehlt, ist die nächste Stufe: Die Klarheit vor dem Tor, durch die Chancen entstehen – ganz zu schweigen von der Effizienz, durch die Tore fallen.

Rheintaler Bangen nach dem Führungstor der Gäste

Deshalb gelang den Rheintalern vor der ersten Sirene kein Treffer, den Zürchern allerdings schon: Nach elf Minuten bestrafte Timon Vesely einen läppischen Puckverlust mit dem Gegentor – und das erst noch, während der SCR in Überzahl auf dem Eis war. Vor solchen Fehlern ist die Mannschaft des SC Rheintal nicht gefeit – das zeigte sich auch in der Folge. Bis zur Drittelspause konnten die Gäste nämlich zwei, drei gefährliche Konter spielen. Aber Goalie Ramon Metzler in der Form des Burgdorf-Spiels und zwei Mal die Torumrandung verhinderten weiteren Schaden für die Gastgeber.

Im zweiten Abschnitt wurde den Gästen das Rheintaler Forechecking zu mühsam, sie leisteten sich viele Strafen. Meist in Überzahl agierend, waren die Gastgeber nun gar überlegen. Mit dem Torschuss taten sich Ströhle & Co. aber weiterhin schwer, auch wegen Wetzikon-Hexer Nils Johnson.

Die zweite Gelegenheit in doppelter Überzahl nutzten die Rheintaler aber endlich: Claudio Engler und vor allem Lukas Sieber spielten Sandro Bartholet frei, der den verdienten Ausgleich erzielte. Sieber zeigt seine Klasse noch dosiert, bei diesem Treffer liess er sie erkennen. Kurz darauf lieferte er sich ein Faustgefecht mit Nicolas Marzan, beide verbrachten die nächsten vier Minuten in der Kühlbox.

Punktgewinn in der Overtime sogar verdoppelt

Das Spiel blieb hitzig, temporeich und ausgeglichen. Auch im Schlussdrittel war der SCR um eine Nuance besser als die Gäste. Aber für die Rheintaler war dennoch das Erreichen der Verlängerung bereits ein Erfolg.

Damit war ein Punkt gesichert, den gegen Wetzikon kaum jemand erwartet hatte. Und es kam noch besser: Die Rheintaler überstanden in der Overtime eine kleinliche Strafe, dann musste Sieber nochmals wegen Stockschlags raus. Wetzikon hatte den zweiten Punkt auf dem Stock. Aber Nicolas Paul hatte andere Pläne: Er schnappte sich den Puck, trieb den Konter voran und bediente Yves Breitenmoser, der zum umjubelten Siegtor traf. (smr, ys)


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